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Beschlossene Positionsbestimmung (Stand: 14.07.09)

16. Juli 2009
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Wir befinden uns in einer Krise des kapitalistisch verfassten Wirtschafts- und Vergesellschaftungssystems. Diese Krise geht aktuell einher mit einer Zeit des Umbruchs an den Hamburger Hochschulen.

Die unter dem Hamburger CDU-Senat forcierte Umstrukturierung der Hochschulen hin zu effizient arbeitenden, top-down-administrierten Humankapitalfabriken hat an der Uni Hamburg dauerhaft zu breitem Protest geführt, der nicht immer erfolgreich war, jüngst aber mit dem Rücktritt der Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz einen personellen Zwischenerfolg erzielt hat.

Die von Privatisierungsbestrebungen (Forderung von Studiengebühren) und inhaltlicher Verengung (rhetorisch forciert im Rahmen des „Bologna-Prozesses“) geprägten Entwicklungstendenzen  in der Bildungspolitik bleiben jedoch bestehen. Um darauf inhaltlich fundiert reagieren zu können, bedarf es einer Möglichkeit der öffentlichen Auseinandersetzung und Verständigung über aktuelle Probleme und Entwicklungen, verschiedene Positionen und Perspektiven der Bewegung für ein menschlicheres Bildungswesen.

Wir möchten mit diesem Blog Anknüpfungspunkte dafür schaffen.

Man könnte fragen, „Warum Ratzplast?“ Worauf man antworten könnte, „Warum nicht?“ Ratzplast ist ein Nicht-Wort – bewusst keine programmatische Aussage, aber ein Wort-Raum, der dem freien Assoziieren offen steht. Unsere programmatische Aussage ist kein Schlagwort, sondern unsere Idee, einen unabhängigen Ort der Diskussion schaffen zu wollen. Gemeinsam mit Vielen, die sich für eine bessere, das heißt: demokratische und solidarische, Bildung engagieren. Wir kommen aus der Studierendenbewegung, sind in unseren Fachbereichen, in studentischen Initiativen und/oder in hochschulpolitischen Listen aktiv.

Wir schließen uns den Forderungen der studentischen und der Schüler_innen-Proteste, aber auch anderer gesellschaftlicher Gruppen an, die auf ein inklusives Bildungssystem und eine soziale Öffnung der Hochschulen, verbunden mit der Abschaffung von Studiengebühren, der dringend gebotenen Überwindung des Bachelor-Master-Systems und der Demokratisierung der Bildungsinstitutionen hinarbeiten.

Unser Ziel ist es, den Widerstand gegen die neoliberalen Umstrukturierungen im Bildungsbereich und die Entwicklung von darüber hinaus weisenden Perspektiven voranzutreiben. Wir möchten gemeinsam – und über die Grenzen der Hamburger Hochschulen hinaus – Diskussionen anregen, Kontroversen fördern, Risse in bestimmenden Diskursen vertiefen, Leerstellen suchen und Freiräume schaffen.

Euer Ratzplast-Redaktionskollektiv,

14. Juli 2009

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