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Brandheiß: Löschper wird Dekanin – Konsequenzen

7. Oktober 2009

Die derzeitige amtierende stellvertretende Präsidentin der Universität Hamburg, Prof. Dr. Gabriele Löschper, neben der Ausübung ihres derzeitigen Interimsamtes zuständig für den Bereich Struktur und Personalentwicklung der UHH, wird Dekanin der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo). Das ist (neben anderen auch nicht ganz unwichtigen Sachen) das Ergebnis der heutigen Fakultätsratssitzung, zu der sich eine größere Anzahl HWP-Studierender (und leider außer den Ratsmitgliedern sonst niemand) eingefunden hatte.

GP hatte als Präsidiumsmitglied maßgeblich am universitätsweiten „Struktur- und Entwicklungsplan“ (STEP) mitgewirkt, nachdem sie unter Moni Auweter-Kurz (immer noch ungeschlagen!) Vizepräsidentin geworden war (vorher Mitglied des Hochschulrates, hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte der UHH, etc.; ursprünglich – neben Erfahrungen bei den Juristen – aus dem Fachbereich Sozialwissenschaften beheimatet [GP ist Kriminologin]).

Auch wenn die neue WiSo-Dekanin als Vizepräsidentin inhaltlich ähnliche Forderungen an die Universitätsentwicklung stellte wie ihre Chefin, vertrat sie an anderen Punkten differenziertere Positionen und pflegte intern einen wesentlich verträglicheren Kommunikationsstil als diese. Bei ihrer heutigen Vorstellung erklärt sie aber auch, wie sie gedenkt, mit „GegnerInnen“ umzugehen und das die HWP-Fraktion (was sie natürlich nicht gesagt hat) bitte ihr „Säulen-Denken“ aufgeben und ergebnisoffen an die Fakultätsentwicklung herangehen solle.

Ein paar programmatische Aussagen:

  • Drittmittel, Bla, Forschung an die Spitze, Exzellenz-Initiative Bund, Bla
  • Graduate School gut, sollte gemeinschaftlich vorangetrieben werden
  • Zukunft der Fakultätsstruktur: Alle mitnehmen – alles diskutieren. Widerspruch? Ja vielleicht, aber nicht unbedingt, also:

Die Zukunft von HWP und WiSo

Es steht in der nächsten Zeit die Reform der WiSo-Fakultät an. Bleibt’s bei vier Fachbereichen? Wenn es nach GP geht, wohl nicht (Warum? Nee, nee, so ja nun nicht, ist ja ergebnisoffen.). Wenn’s nach HWP-Kreisen geht, ja (Warum? „Die Geschichte“.). Aber vielleicht einigen sich beide ja doch: Denn die Opposition gegen Löschper ist im Laufe der heutigen Sitzung (bzw. während der geheimen Abstimmung) zerbröselt: Die „Sieben angekündigten Gegenstimmen“ (von denen man so hörte) wurden es bei Weitem nicht. Vielleicht wird es ja bald eine gemeinsame Fakultät geben? Ohne Anti-HWP-Front, ohne HWP-Front?

Naja, nicht wirklich.

Also: Der „Erhalt der HWP“ ist nach wie vor Thema. Wünschbar? Wir sind eine Fakultät, ob wir es woll(t)en oder nicht. Und man sollte diese Fakultät insgesamt diskutieren und entwickeln. Der Studiengang Sozialökonomie ist davon nicht im Negativen betroffen, er ist gesetzlich geschützt und Konsens in weiten Teilen der Fakultät. Was aber könnte HWP für alle! heißen? Warum sollten Errungenschaften der HWP auf den Fachbereich Sozialökonomie beschränkt bleiben?

Scheint nicht logisch, ist es auch nicht.

So wird auch am 28.10. wird der Fakultätsrat die Frage nach der inkohärenten Struktur der Fakultät – 4 Fachbereiche, 3 Prodekansposten (momentan: Schnapp [Sozialwissenschaften], Allgoewer [VWL], Frost [BWL], keiner für die Sozialökonomie) – erneut diskutieren. Hintergrund: Grundordnung der Universität, Fakultät will Änderung erreichen, wird wohl nicht klappen (es sei den im AS geschehen Zeichen und Wunder). Daher Beschluss, auch von Heute (zuerst des Dekanats, dann des Fakultätsrates): Aus jeweils dem Fachbereich, der gerade keinen Prodekan entsendet, wird eine Figur in’s Dekanat kooptiert (kein Stimmrecht, aber Teilnahme- und Rederecht im öffentlichen wie im nicht-öffentlichen Teil von Fakultätsratssitzungen und Dekenatssitzungen).

Die Studierendenbewegung sollte anfangen, sich über diese und weitere damit zusammenhängende Fragen auch Gedanken zu machen. Und eigene Themen setzen, die sie für die Zukunft der Fakultät für wichtig erachtet. Also: Was heißt das für uns?

Zukunft der studentischen Beteiligung, Zukunft von B.A./M.A.

Es war heute und im Vorfeld noch zu hören, dass sich GP nicht unbedingt für eine Ausweitung studentischer Mitbestimmung ausgesprochen habe. Ihre Aussagen dazu waren eher kurz, am Beispiel der Studiengebührenfinanzierung (wozu gerade eine Initiative des AStA in Vorbereitung ist) war sie fast schon unbemüht, sich interessiert und offen zu zeigen. Fazit: Dem gilt es sich zu widersetzen! Menschen in Leitungsfunktionen, die einen differenzierten und kritischen Diskurs gegen derzeitige Entwicklungen in der Hochschulpolitik immer noch als einen kohärenten Anti-Block interpretieren, liegen damit (leider?) falsch. Man könnte auch mal konstatieren: Studentisches Engagement steckt in der Krise.

Unsere politischen Argumente wurden im Sommersemester an verschiedenen Stellen und breit kommuniziert. Im Wintersemester sollte – neben den in sich (und langweilig entlang der LINKEN) gespaltenen Bildungsstreik, die irgendwie als Rahmen genommene Global Action Week Reloaded im November 2009 und die Arbeit für einen politischeren AStA – ein Schwerpunkt unserer Zusammenarbeit auf der Fakultätsebene liegen, explizit mit dem Ziel, eben auf dieser Ebene auch gemeinsam Politik zu machen. Zum Beispiel?

Klar ist: Die Fakultät ist so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass die

  • Abschaffung des B.A.-/M.A.-Systems in seiner jetzigen Form
  • Reform des B.A.-/M.A.-Systems
    (sucht’s euch aus)

– natürlich, äh, sorry – von Seiten der Studierenden forciert werden muss. Und das sollte, im Interesse möglichst weitreichender Veränderungen nicht auf Fachbereichsebene, isoliert, geschehen. GP findet, das werde hier ja „gemeinsam“ schon ganz gut gemacht (stimmt nicht, nur punktuell und gesamtkonzeptlos). Nein, es gibt zwar Initiativen, an allen Ecken und Enden, oft ohne, oft mit professoraler Unterstützung – aber: Das Thema B.A./M.A. sollte jetzt von studentischer Seite viel stärker als bisher in der Fakultät (und somit als Basis für universitäts- und gesellschaftsweite Argumentationen) als Problem, welches bearbeitbar ist, gesetzt werden. (Denn warum Widerstand leisten, ohne ernsthaft Änderungen herbeiführen zu wollen?)

Also…

Bestimmt kein Konsens? Aber vielleicht trotzdem ein-zwei gemeinsame „Projekte“? Für den Kunden und so? Oder so.

Gruppe Ratzplast-WiSo

PS: Achja…

…und die PräsidentInnen-Frage?

Gerüchte, Gerüchte. We’ll see.

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4 Kommentare leave one →
  1. 8. Oktober 2009 00:28

    Toller Artikel! Aktuelle Thematik und Informationen in einer angenehmen und interessanten Schreibe. Weiß an dieser Stelle jemand eine KandidatInnenliste für den Präsiposten?

  2. 8. Oktober 2009 14:41

    Sehr schön. Gefällt uns.

  3. ratzplast permalink*
    8. Oktober 2009 20:19

    Ihr habt’s schon gebracht, hier der Vollständigkeit halber noch die Pressemitteilung der Pressestelle der Uni:

    „8. Oktober 2009

    Dekanin und Geschäftsführer für
    Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften gewählt
    Die Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften hat am Mittwoch, dem 7. Oktober 2009, Prof. Dr. Gabriele Löschper zur neuen Dekanin und den Diplomökonomen Thomas Klaus Oye zum neuen Geschäftsführer gewählt.

    Gabriele Löschper ist seit vielen Jahren an der Universität Hamburg tätig, zunächst am Institut für Kriminologische Sozialforschung an der heutigen Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, anschließend als hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte der Universität. Von 2004 bis 2007 gehörte sie dem Hochschulrat an. Seit 1. Juli 2007 ist Gabriele Löschper Vizepräsidentin für Struktur- und Personalentwicklung und ist in dieser Funktion an der Erarbeitung des Struktur- und Entwicklungsplans 2012 der Universität maßgeblich beteiligt. Darüber hinaus hat sie ein Personalentwicklungsprogramm für Juniorprofessoren/innen und Nachwuchsgruppenleitungen mitgestaltet und betreut dieses Programm seit 2006 federführend. Bis zum 31. Dezember dieses Jahres ist sie zusätzlich amtierende stellvertretende Präsidentin. Sie wird ihre neue Position als Dekanin im Anschluss an ihre Amtszeit als amtierende stellvertretende Präsidentin zum 1. Januar 2010 antreten.

    Der Diplomökonom Thomas Klaus Oye hat in den letzten Jahren im Rahmen entwicklungspolitischer Vorhaben verschiedene leitende Tätigkeiten wahrgenommen. So war er Verwaltungsleiter in Aceh (Indonesien) im Rahmen der Aceh Monitoring Mission (AMM) der Europäischen Union, anschließend Interims-Verwaltungsleiter bei der europäischen Polizeimission Afghanistan, gegenwärtig ist er als freiberuflicher Berater in Guinea-Bissau im Auftrag der Europäischen Union und des Auswärtigen Amts tätig. Zuvor war er Leiter des Dezernates Controlling, Hochschulentwicklung und EDV an der Universität Koblenz-Landau sowie Vizepräsident für Personal und Finanzen an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Er wird sein Amt als Geschäftsführer der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ebenfalls zum 1. Januar 2010 antreten.

    Ab 2010 besteht das Dekanat der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften damit aus Prof. Dr. Gabriele Löschper als Dekanin, dem Prodekan Prof. Dr. Kai-Uwe Schnapp (zurzeit kommissarischer Dekan), den Prodekaninnen Prof. Dr. Elisabeth Allgoewer und Prof. Dr. Jetta Frost sowie dem Geschäftsführer Thomas Klaus Oye.

    Prof. Dr. Gabriele Löschper:

    „Für das mir mit der Wahl zur Dekanin entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich sehr herzlich bei allen Fakultätsmitgliedern. Mich begeistert die Perspektive, gemeinsam mit dem Prodekan, den Prodekaninnen und dem neuen Geschäftsführer die Weiterentwicklung dieser breit aufgestellten und leistungsstarken Fakultät mitgestalten zu können. Auf die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Fakultät im neuen Jahr freue ich mich schon sehr.“

    Prof. Dr. Kai-Uwe Schnapp, kommissarischer Dekan der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften:

    „Wir freuen uns sehr, mit Frau Löschper eine hocherfahrene Wissenschaftsmanagerin als Dekanin für unsere Fakultät gewonnen zu haben. Unter ihrer Leitung wird es uns gelingen, die Fakultät kontinuierlich in Forschung und Lehre auf dem eingeschlagenen Weg in Spitzenpositionen zu bringen.“

    Der Dekan bzw. die Dekanin einer Fakultät leitet gemäß Hamburgischem Hochschulgesetz gemeinsam mit den Prodekanen bzw. Prodekaninnen und dem Geschäftsführer bzw. der Geschäftsführerin die Fakultät. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre, eine Wiederwahl ist möglich.

    Für Rückfragen:

    Prof. Dr. Kai-Uwe Schnapp
    Kommissarischer Dekan der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
    Tel.: 040-4 28 38-32 45
    E-Mail: dekan@wiso.uni-hamburg.de

    Pressestelle der Universität Hamburg
    Tel.: 040-4 28 38-29 68
    E-Mail: presse@uni-hamburg.de

  4. ratzplast permalink*
    8. November 2009 03:35

    Zur Präsident/-innenfrage eine PM des AStA UHH: http://tinyurl.com/yct7jqm

    Falls irgendwann doch mal wieder offline:
    Ein kurzer Bericht aus der Findungskommission
    Samstag, 7. November 2009

    Die Universität Hamburg sucht derzeit nach einer neuen Präsidentin oder einem neuen Präsidenten. Hierfür wurde vom Akademischen Senat und dem Hochschulrat eine achtköpfige Findungskommission eingesetzt, die das Auswahlverfahren durchführt und am Ende einen Kandidaten dem Hochschulrat zur Wahl und dem Akademischen Senat zur Bestätigung vorschlägt. In dieser Findungskommission sind alle Statusgruppen der Universität vertreten. Als studentischer Vertreter ist der Finanzreferent des AStA, Torsten Weigelt, Mitglied in der Kommission.

    Die Bewerbungsfrist für die Stelle ist ausgelaufen. Der weitere Fahrplan sieht vor, dass Anfang November Gespräche der Findungskommission mit den Bewerberinnen und Bewerbern stattfinden. Daraus sollen 2 bis 3 Kandidat/inn/en hervorgehen, die sich Mitte November den Mitgliedern des AS, den Mitgliedern des Hochschulrats und den Dekanen vorstellen werden. Dadurch werden alle für die Entscheidung relevanten Gremien, also auch die Vertreter und Vertreterinnen aller Statusgruppen der Universität im AS in die Entscheidung mit eingebunden. Die Findungskommission wird im Anschluss an die Vorstellung der Kandidaten gemäß § 79 Abs. II S. 2 HmbHG dem Hochschulrat eine Kandidatin oder einen Kandidaten vorschlagen. Der Hochschulrat beabsichtigt, noch am selben Tag über die Wahl beschließen. Eine Bestätigung der Wahl durch den Akademischen Senat soll dann zeitnah noch im November erfolgen.

    „Wir hoffen der Universität einen überzeugenden Kandidaten vorschlagen zu können. Als studentischer Vertreter begrüße ich, dass das Verfahren transparent gestaltet wird. Aus Rücksicht auf die Bewerber muss aber den Kandidaten, die nicht zum Zuge kommen, Verschwiegenheit gewährt werden. Ich freue mich darüber, dass einige weitere Studierende, die Mitglieder des AS sind, im Rahmen der gemeinsamen Sitzung von AS, Hochschulrat und Dekanen die Möglichkeit erhalten mit den Kandidaten zu sprechen. Die Auswahlkriterien für die Kandidaten sind unter anderem gute Führungsqualitäten, Erfahrung in der Leitung großer Universitätseinrichtungen sowie hohe Kommunikationskompetenz und Integrationsfähigkeit. Als studentischer Vertreter werde ich selbstverständlich alle Kandidaten zu Themen befragen, die für Studenten relevant sind und dies in die Entscheidung mit einfließen lassen.“, sagt Torsten Weigelt (25), studentisches Mitglied in der Findungskommission.

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