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Unkommentiert: Jubiläum der UHH (aus: „Die Welt“)

20. Oktober 2009

Aus aktuellem Anlass dokumentiert: „Die Welt“ über’s Uni-Jubiläum:

„Festakt zum Uni-Jubiläum „im hanseatischen Stil“

Von Florian Hanauer 19. Oktober 2009, 19:00 Uhr

Die Uni Hamburg feiert ihren 90. Geburtstag im Rathaus mit einem Festakt, auf dem die Rolle der Hochschule für die Stadt gewürdigt wird. Die Bürgerschaft hatte 1919 die Gründung der Hochschule beschlossen. Doch es gibt nicht nur an der Universität, sondern auch in der Politik Kritik, dass das Jubiläum etwas sparsam ausfällt.

Sie ist bereits neunzig und ein halbes Jahr alt, aber am Montagabend hat die Universität Hamburg ihren 90. Geburtstag nachgefeiert. Zum Festakt im Rathaus kamen die Wissenschaftssenatorin, ehemalige Universitätspräsidenten, Festredner, Uni-Angehörige wie Abgeordnete. Sogar die umstrittene ehemalige Präsidentin Monika Auweter-Kurtz hatte ihr Kommen zugesagt, ebenso wie die langjährigen Präsidenten Jürgen Lüthje und Peter Fischer-Appelt.

Der Festakt markiert das 90. Jahr des Bestehens von Hamburgs größter Hochschule. Im März 1919 hatte die Bürgerschaft den Beschluss gefasst, die Universität zu gründen. Neben vielen Glückwünschen gibt es aber auch kritische Stimmen, die anmerken, für einen 90. Geburtstag fielen die Veranstaltungen reichlich sparsam aus.

„Ihren 90. Geburtstag feiert die Uni im hanseatischen Stil ohne großes Getöse, aber mit einer neuen Veranstaltungsreihe, um sich der Öffentlichkeit stärker zu präsentieren“, sagte Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU). Diese Reihe unter dem Titel „Open Uni“ habe im Juni erstmals stattgefunden. Mit der einstimmigen Verabschiedung des Struktur- und Entwicklungsplanes habe die Universität in diesem Jahr einen wichtigen Schritt getan.

Gundelach sprach auch die bauliche Zukunft an: „Ich hätte der Uni gerne in ihrem Jubiläumsjahr ein Geschenk gemacht und ihr Klarheit verschafft, wie es mit der baulichen Entwicklung weitergeht. Eine derart bedeutende Entscheidung muss jedoch hinreichend diskutiert werden. Die Stadt wird im Frühjahr darüber entscheiden.“

Die Senatorin erklärte aber auch, ein 90. Geburtstag dürfe Anlass zu einer kritischen Anmerkung sein: „Das Erscheinungsbild, das die Uni im Frühjahr und Sommer dieses Jahres abgegeben hat, hat nicht dazu beigetragen, das Ansehen der Uni in der Wissenschafts-Community zu mehren. Wir sollten alles daransetzen, gemeinsam durch die Aktivitäten der kommenden Monate und Jahre diesen Eindruck so schnell wie möglich wieder auszulöschen.“

Die amtierende Uni-Präsidentin Gabriele Löschper widmete sich in ihrem Festvortrag der bewegten Vergangenheit. Die Gründung 1919 sei die erste von einer demokratisch gewählten Bürgerschaft erfolgte Gründung einer deutschen Universität gewesen. Aber ohne die Spenden der Kaufmannschaft hätte es die Uni nicht gegeben. „Als Argument wurde schon früh betont, dass der Handels- und Wirtschaftsmetropole auch das Profil einer Wissenschaftsmetropole gut zu Gesicht stehen würde.“ Heute müsse die Uni eine exzellente Qualität der Forschung und Bildung bieten wie auch eine hohe Anzahl Studierender zu einem erfolgreichen Studienabschluss zu führen. Löschper forderte die Stadt auf, Rahmendaten zu setzen, die Finanzierung sicherzustellen und die bauliche Situation der Uni schnell zu klären.

Nicht nur an der Hochschule selbst gibt es aber auch Kritik an den sparsamen Veranstaltungen. SPD-Wissenschaftsexpertin Dorothee Stapelfeldt wünschte der Uni „genügend Kraft, um die eigenen Stärken weiterzuentwickeln“. Bedauerlich findet es Stapelfeldt aber, dass es lediglich einen Festakt gibt. „Die Leitung der Universität und der Senat stehen da in keinem guten Licht da. Dafür kann die Hochschule selber nichts, aber es ist schade für die Uni insgesamt.“ Der AStA-Vorsitzende Séverin Pabsch meint, das Jubiläum der Universität hätte in der Stadt deutlicher wahrgenommen werden sollen.

Die Regierungsfraktion GAL wünschte der Uni unabhängig von Standort- und Personalentscheidungen, dass sie auch die nächsten 90 Jahre mit wissenschaftlicher Exzellenz überzeuge und für die Studierenden attraktiv bleibe, wie es Fraktionsvize Antje Möller ausdrückt. „Wenn der Festakt heute nicht mit teuren Häppchen und im ganz großen Rahmen gefeiert wird, so ist das in Zeiten knapper Kassen vollkommen angemessen.“

Quelle: http://www.welt.de/hamburg/article4900668/Festakt-zum-Uni-Jubilaeum-im-hanseatischen-Stil.html

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